Nain_Freitagsmoschee-Orient-Express

Iran Reisebericht von Dr. Langer

Eine schöne und gut organisierte Individualreise in den Iran.
Vom 24.3. bis 16.4.2001 machten meine Frau und ich eine Reise in den Iran.

Nach intensiven Studien von Literatur, Reiseführern und Katalogen großer Reiseveranstalter hatten wir uns entschlossen, eine für unsere speziellen Interessen maßgeschneiderte Reise zu machen. Die Organisation dieser Reise übertrugen wir Herrn Niemann mit seinem Reisebüro Orientexpress in Göttingen. Flug mit Iran-Air, Transfers, Hotels, inneriranische Flüge und der Transport in einem Mietwagen mit Fahrer waren in dem preiswerten Pauschalangebot von Orientexpress enthalten. Die Vorschläge und Empfehlungen von Herrn Niemann haben wesentlich zum Gelingen der Reise beigetragen.

Es war auch hilfreich, eine freundliche und kompetente Partneragentur in Teheran zu haben.

Sehr wichtig waren die, wenn auch geringen englischen Sprachkenntnisse des angenehmen Fahrers, der als Dolmetscher und Führer fungierte, weil man in Landesteilen ohne großen West-Tourismus mit großen Verständigungsschwierigkeiten rechnen muss, wenn man die Landessprache nicht beherrscht, wie es bei uns leider der Fall war.

Reisebedingungen sind im Iran abgesehen von den gerade erwähnten Sprachproblemen und Problemen mit dem Geldverkehr (keine Akzeptanz von Kreditkarten oder Reiseschecks) recht gut. So sind die Straßen oft hervorragend ausgebaut, so dass man relativ lange Strecken an einem Tag zurücklegen und trotzdem noch mehrere Sehenswürdigkeiten besichtigen kann. Es gibt relativ viel inneriranische Flüge; sie sind pünktlich.

Die vorislamischen und islamischen Sehenswürdigkeiten sind meist in gutem Zustand oder werden restauriert, manchmal macht man etwas zu viel des Guten. Die Bevölkerung ist sehr freundlich und hilfsbereit. Wir konnten mit Ausnahme der Heiligtümer in Qom und Mashhad alle islamischen Sehenswürdigkeiten besichtigen.

Die Hotels waren gut und sauber. Das Essen war immer in Ordnung, so dass wir keine gesundheitlichen Probleme hatten. Durch das trockene Klima und die Sauberkeit in den Städten ist das Infektionsrisiko wohl relativ gering. Wir hatten keine speziellen Impfungen für diese Reise.

Unsere Reise fand während des iranischen Neujahrsfestes statt. In dieser Zeit nehmen viele Iraner ihren Jahresurlaub, so dass eine Vorbuchung der Hotels dringend erforderlich ist. Ein Nachteil ist noch, dass viele Geschäfte und Werkstätten zum Teil mehrere Tage lang geschlossen sind.

Wir besichtigten Teheran mit seinen sehr gepflegten Museen für vorislamische und islamische Kunst und Kultur. Hierauf fuhren wir über Qom nach Kashan, das eine ziemlich gut erhaltene Altstadt mit Moscheen und einem sehenswerten Bazar hat. Auf dem Weg nach Isfahan besuchten wir in Natanz ein wichtiges Sufi-Mausoleum. Für Isfahan mit seinen schönen Bauwerken, Palästen und Basaren sollte man 3-4 Tage einplanen. Hierauf fuhren wir über Nain mit seiner sehr alten Freitagsmoschee und einem schön ausgestatteten Museum in einem alten Stadtpalais nach Yazd. Hier kann man sich gut 2 Tage aufhalten mit islamischen und zoroastrischen Sehenswürdigkeiten. Über Kerman mit einem hervorragenden Basar gelangten wir nach Bam, einem Höhepunkt der Reise. Die um 1900 verlassene Wüstenstadt besteht aus einem einheitlichen Ensemble aus Lehmbauten, Zitadelle und hohen Stadtmauern. Unterwegs sollte man das sehr schöne Sufikloster in Mahan nicht versäumen.

Durch eine sehr vielfältige Landschaft mit Bergen und Salzseen gelangten wir in einem Tag nach Shiraz. Während in Shiraz die Gräber der großen persischen Dichter, der Bazar, die Moscheen und Paläste mit den sehr bunten Fliesen sehenswert sind, liegen in der bergigen Umgebung die sehr wichtigenachämenidischen Ruinenstätten Persepolis und die Felsreliefs der Sasaniden. Mit dem Flugzeug erreichten wir die heilige (und geschäftstüchtige) Stadt Mashad. Hier kann man als Nichtmuslim nur das Museum und das Publicrelations-Büro der Pilgerstätte besichtigen. Zum Verständnis des Irans ist ein Besuch dieser Stadt trotzdem wichtig.

Mit einem normalen Überlandbus und anschließend einem Taxi ging es über Shahrud zurück nach Teheran. Unterwegs besichtigten wir in Bastam den sehr alten und interessanten Sufi-Konvent und in Damghan sehr alte islamische Bauwerke. Das Landschaftserlebnis war ein wichtiger Teil dieser Fahrt. Schließlich suchten wir per Flugzeug das im Norden des Iran gelegene Ardebil auf. Der schöne Mausoleumskomplex der Safawidendynastie war ein besonderer Höhepunkt dieser Reise. Während es in Teheran und im Süden des Landes schon sehr warm war, war es in Ardebil noch recht frisch und es regnete dort auch mehrmals.

Wir können eine Reise in den Iran und auch die Organisation über Orient Express, Göttingen, sehr empfehlen.